Service:
Tauchmedizin und Tauchsporttauglichkeit

Das Sporttauchen erfreut sich zunehmender Beliebtheit, und die Zahl der Tauchanfänger wie auch der erfahrenen Taucher steigt weiterhin an. Um Tauchunfällen vorzubeugen, werden seit einiger Zeit regelmäßige medizinische Kontrollen empfohlen, von den Tauchbasen weltweit sogar vorgeschrieben. Aus gesundheitlichen, versicherungs- und haftungsrechtlichen Gründen sollte niemand ohne ärztliche Bescheinigung über das Fehlen von gesundheitlichen Bedenken tauchen.

Tauchen als Sportart
Beim Tauchen erhöht sich der Umgebungsdruck um ca. 1 bar pro 10 m Wassertiefe. Die Druckänderungen wirken sich im wesentlichen auf die luftgefüllten Körperhöhlen )Lunge, Stirn-, Kieferhöhle etc.) und die Atemgase aus. Weiter spielen Immersion, erhöhte Atemwegswiderstände, kalte und trockene Luft, veränderte Umgebungsbedingungen wie Sichtverhältnisse und fehlender Bodenkontakt, Kälte und unvorhersehbare Anstrengungen eine Rolle. Vorsorgeuntersuchungen für andere Sportarten, auch für das Fliegen, sind deshalb nicht mit der Tauchtauglichkeitsbeurteilung gleichzusetzen.

Altersgrenzen
Im Prinzip gibt es keine Altersgrenzen für den Tauchsport. Für alle Kandidaten ist der medizinische Gesamtaspekt, sowie die geistige und kardiopulmonale Leistungsfähigkeit entscheidend.
Bis zum vollendeten 8. Lebensjahr ist von einer nicht abgeschlossenen Lungenreifung auszugehen.
Die körperliche Entwicklung der Jugendlichen verläuft interindividuell variabel. Ab dem vollendeten 16. Lebensjahr ist im allgemeinen von einer uneingeschränkten Tauglichkeit auszugehen.

Geschlecht
Zwischen Männern und Frauen gibt es für das Tauchen keine relevanten Unterschiede. Eine Ausnahme stellt Schwangerschaft dar. Wegen der Gefahr einer möglichen Fruchtschädigung soll in der Schwangerschaft nicht mit Druckgasgeräten getaucht werden.

Wie oft sollten Sie sich untersuchen lassen?
Bei unauffälligem Befund sollte nach zwei Jahren, bei Alter über 40 Jahren nach einem Jahr, nachuntersucht werden. Bei bestimmten Befunden oder Einschränkungen können auch kürzere Intervalle festgelegt werden. Die Tauchbasen weltweit verlangen eine Tauchtauglichkeitsbescheiningung, welche nicht älter als ein Jahr sein darf.

Untersuchungsformulare
Das Untersuchungsformular für die Tauglichkeitsuntersuchung von Sporttauchern (GTÜM e.V.) wurde in Zusammenarbeit mit deutschen Tauchverbänden erarbeitet. Der Vermerk „nach den Richtlinien der GTÜM e.V.„ und das GTÜM-Logo dürfen nur von Ärzten mit der Qualifikation „Tauchmedizin GTÜM“ geführt werden. Es steht für medizinisches Fachwissen und Untersuchungsqualität.

Untersuchung
Für Sporttaucher ist die kardiopulmonale Leistungsfähigkeit der entscheidende Beurteilungsfaktor, daher muss nach dem 40. Lebensjahr zur Beurteilung eine Ergometrie durchgeführt werden. Bei erkennbar leistungsfähigen Kandidaten ohne bedeutsame Risikofaktoren (z.B. Rauchen) kann vor dem 40. Lebensjahr auf diese Untersuchung verzichtet werden.
Der Untersuchungsvorgang beinhaltet eine gründliche körperliche Untersuchung. Bei auffälliger Anamnese oder Untersuchungsbefund ist aber eine weitere Diagnostik, z. B. mittels Röntgen und CT, notwendig. Bei ehrenamtlich tätigen Tauchlehrern, Wettkämpfern oder bei der Erstuntersuchung kann ebenfalls eine erweiterte Untersuchung erforderlich sein. Das Ergebnis der Untersuchung wird mit dem Kandidaten, bzw. dessen Erziehungsberechtigten, besprochen. Die Festsetzung von Einschränkungen orientiert sich an allgemeinen Standards und Richtlinien. Tauchausbilder und ggf. die Tauchpartner sind über die Einschränkungen der Tauchtauglichkeit zu informieren!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!